Bayern: Kocheler Verstärkeramt: „Ein Akt der Barbarei“

Samstägliche Nebelaktion soll Fakten schaffen und den Abriss unumkehrbar machen.

Wer am Samstag-Vormittag (07. November 2020) beim Kocheler Verstärkeramt vorbeikam, rieb sich die Augen.
Obwohl ein Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs noch aussteht und der endgültige Abriss seitens der Gemeinde frühestens für März geplant war, rückten die Baufahrzeuge an diesem Samstag, den 7. November 2020 an. Sie reißen zunächst nur mehrere Meter große Löcher in die Südwand zum Innenhof und die Umfriedungsmauer ein, aber es steht zu befürchten, dass ein weiterer Abriss in den nächsten Tagen fortgesetzt wird.

Ortsvereinsvorsitzender Sebastian Salvamoser: „Bürgermeister Holz lässt über den Winter dieses technikgeschichtlich und kunsthistorisch wertvolle Gebäude so zerstören, dass ein vollständiger Abriss unvermeidbar wird. Er nutzt damit in mehrfacher Weise die Pandemie für ein höchst undemokratisches Vorgehen: Einerseits sind die Gerichte, so auch der Verfassungsgerichtshof, wegen der vielen Klagen aktuell überlastet. Andererseits können sich die Bürgerinnen und Bürger derzeit kaum wehren oder informieren, da öffentliche Aktionen wie Unterschriftensammlungen oder Informationsveranstaltungen durch die Corona-Maßnahmen kaum möglich sind. Der SPD-Ortsverein hat eine geplante Informationsveranstaltung mehrfach verschieben müssen.“

„Das jetzige Vorgehen des Bürgermeisters ist ein Akt der Barbarei. Das Bild, welches das Verstärkeramt jetzt abgibt, ist ein Symbol derjenigen Art von Kommunalpolitik, die jetzt ein Ende haben muss. Es wird die Kocheler Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Wochen daran erinnern, wie Denkmalschutz ausgehebelt wird und gleichzeitig unabsehbare finanzielle Risiken eingegangen werden. Unsere ohnehin überschuldete Gemeinde verfügt gerade in der aktuellen Krise nicht über die vielen Millionen, die der geplante Neubau des Großprojektes in der Bahnhofstraße noch verschlingen wird,“ so Gemeinderat Klaus Barthel. (Pressemeldung der SPD Kochel)

Danke an Birgit für die Bilder und das Video
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